ETF – Exchange Traded Fund
ETFs sind bereits seit einigen Jahren das zentrale Gesprächsthema vieler Anleger und Finanzzeitschriften. Zwar existieren ETFs schon seit mehreren Jahrzehnten, allerdings waren sie in der Vergangenheit vor allem von institutionellen Anlegern genutzt worden, um Geld anzulegen. Mittlerweile entdecken aber auch immer mehr private Investoren die Vorzüge der ETFs und investieren. Daher ist die Anzahl und das Handelsvolumen der ETFs in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen.

Grundsätzlich handelt es sich bei ETFs um sogenannte exchange traded funds, also um Fonds, die an der Börse gehandelt werden. Ein Kauf oder Verkauf von Fondsanteilen über die Kapitalanlagegesellschaft ist somit nicht mehr erforderlich und in der Regel auch nicht mehr möglich. In der Praxis wird der Begriff ETF als Synonym für Indexfonds gebraucht, da im ursprünglichen Sinne nur Indexfonds an der Börse gehandelt wurden. Bei Indexfonds handelt es sich um passiv gemanagte Fondsprodukte, bei denen das Management eben keine aktiven Anlageentscheidungen mehr trifft, sondern lediglich einen bestehenden Index nachbildet. Eine breite Diversifikation des Portfolios ist somit immer nur soweit möglich, wie der zu Grunde liegende Index diese vorgibt.

Die Vorteile von ETFs
ETFs als passiv gemanagte Fonds verursachen natürlich deutlich geringere verwaltungs- und Managementkosten als vergleichbare aktiv gemanagte Fonds. Diese Kostenvorteile werden in der Regel in großem Umfang an die Anteilseigner weitergegeben. Darüber hinaus entfällt beim Erwerb von Fondsantielen über die Börse auch der sogenannte Ausgabeaufschlag, sodass Anleger beim Kauf von ETFs bis zu 5 Prozent gegenüber dem Kauf aktiv gemanagter Fonds einsparen können. Ein weiterer erheblicher Vorteil der Anlage in ETFs ist die hohe Sicherheit gegenüber anderen Produkten. Indexzertifikate, die lange Zeit die einzige adäquate Möglichkeit eines Indexinvestments für Privatanleger darstellten, bringen beispielsweise grundsätzlich das sogenannte Emittentenrisiko mit sich, welches bei der Anlage in ETFs aufgrund der Tatsache, dass es sich hierbei um Sondervermögen handelt, grundsätzlich entfällt.

Nachteile eines ETF Investments
Durch die passive Anlagepolitik der ETFs besteht für Anleger keine Möglichkeit, mit ETFs eine nachhaltige Outperformance gegenüber einem Vergleichsindex zu erzielen. Außerdem ist zu beachten, dass ETFs grundsätzlich niemals die Performance des zu Grunde liegenden Index erreichen können. Denn auch ETFs verursachen Verwaltungskosten, die zu Lasten der Portfolioperformance gehen. Weiterhin sollte man berücksichtigen, dass ETFs grundsätzlich nie eine hundertprozentige Abbildung des zu Grunde liegenden Index erreichen können. Dies liegt vor allem an rechtlichen Auflagen, die Fonds in Deutschland einhalten müssen. Einzelne Werte im Portfolio müssen so teilweise durch “ähnliche” Aktien aus anderen Indizes ersetzt werden. Auch das kann zu einer Performanceabweichung gegenüber de Zielindex führen.